
Aprilia Tuareg 660 Rally: Preis, Daten & Vergleich
Eigentlich sollte die Entscheidung einfach sein: Die Aprilia Tuareg 660 gilt bereits als gelungene Reiseenduro. Doch dann bringt der Hersteller eine Rally-Version mit noch mehr Offroad-Fokus – und verlangt dafür einen spürbaren Aufpreis. Ob sich die Mehrinvestition lohnt, hängt von genauem Hinsehen ab. Dieser Vergleich zeigt, wo die Unterschiede wirklich liegen.
Leistung: 80 PS bei 9.250 U/min ·
Drehmoment: 70 Nm bei 6.500 U/min ·
Hubraum: 659 cm³ ·
Leergewicht: 199 kg (Rally) / 204 kg (Standard)
Kurzüberblick
- Rally leichter: 199 vs. 204 kg (1000PS)
- Identischer Motor mit 80 PS (Bike-on-Tour)
- Rally kostet ab 13.999 Euro (ADAC)
- Langzeit-Zuverlässigkeit der Elektronik
- Echte Alltagstauglichkeit bei Vielfahrern
- Wartungskosten im Vergleich zur Standardversion
- Wachsender Markt für Mittelklasse-Reiseenduros
- Gebrauchtmarkt wird sich in 2–3 Jahren bilden
- Alternative: bewährte Tenere 700 bleibt günstiger
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Hubraum | 659 cm³ |
| Leistung | 80 PS bei 9.250 U/min |
| Drehmoment | 70 Nm bei 6.500 U/min |
| Leergewicht (fahrfertig) | 199 kg |
| Sitzhöhe | 855 mm |
| Tankinhalt | 18 Liter |
Was ist der Unterschied zwischen der Aprilia Tuareg 660 und der Rally?
Fahrwerk und Federung
- Die Rally hat eine höhere Bodenfreiheit und längere Federwege – das exakte Maß nennt Aprilia nicht offiziell, aber das Fahrwerk ist offroad-orientierter abgestimmt. Laut Motorrad Online ist das voll einstellbare Fahrwerk ein Kernmerkmal der Baureihe.
- Die Rally trägt Enduro-Speichenräder (90/90-21 vorn, 150/70-18 hinten), bestätigt durch 1000PS.
- Die Standard-Tuareg teilt sich die Radgrößen, hat aber ein eher straßenorientiertes Setup.
Mehr Federweg bedeutet mehr Komfort im Gelände, aber weniger Stabilität bei hohem Tempo auf Asphalt. Wer zu 80 Prozent auf der Straße fährt, spürt die härtere Abstimmung der Rally.
Motor und Leistung
- Beide Modelle verwenden den gleichen flüssigkeitsgekühlten Parallel-Twin mit 659 cm³ und 80 PS bei 9.250 U/min, wie Bike-on-Tour für die Standardversion dokumentiert.
- Das maximale Drehmoment von 70 Nm liegt bei 6.500 U/min an – unverändert bei beiden Varianten (Der Spiegel).
- Die Rally ist mit 199 kg fahrfertig 5 kg leichter als die Standardversion mit 204 kg (1000PS).
Sechs Kennzahlen, ein klares Muster: Unter dem Tank steckt exakt die gleiche Technik. Der 5 kg leichtere Rally-Bau ergibt sich aus anderen Anbauteilen und der Bereifung, nicht aus Motoränderungen.
Ausstattung und Details
- Die Rally kommt serienmäßig mit Quickshifter, während dieser bei der Standardversion optional ist (Motorrad Online).
- Beide teilen sich das TFT-Cockpit mit Smartphone-Anbindung und die umfangreich konfigurierbaren Fahrmodi samt Traktionskontrolle.
- Der ADAC listet für die Rally 24 Monate Garantie (ADAC).
Die Rally ist keine andere Maschine, sondern eine konsequenter auf Offroad getrimmte Version der Standard-Tuareg. Für ambitionierte Geländefahrer ist sie die klar bessere Wahl; für reine Straßenfahrer ist sie ein zu hoher Aufpreis bei wenig Nutzen.
Warum ist die Tuareg 660 so teuer – und ist der Preis gerechtfertigt?
Preisvergleich zur Standard-Tuareg
- Die Standard-Tuareg 660 kostet in Deutschland ab 11.990 Euro, die Sonderlackierung Indigo Tagelmust liegt bei 12.690 Euro (Der Spiegel).
- Die Rally-Version startet bei 13.999 Euro, notiert der ADAC (ADAC).
- Das sind rund 2.000 Euro mehr Basispreis – die Sonderlackierung inklusive.
Drei Preisstufen, ein klarer Sprung: 2.000 Euro Aufpreis für die Rally sind fast 17 Prozent mehr als die Basis. Das ist kein kleines Upgrade.
Zusatzkosten für Rally-Komponenten
- Der Quickshifter ist bei der Rally Serie, bei der Standard optional – ein Mehrwert von etwa 300–400 Euro.
- Die offroad-orientierte Bereifung und die Speichenräder sind spezifisch für die Rally und kosten in der Nachrüstung mehrere Hundert Euro.
- Das geänderte Fahrwerk mit längerem Federweg und höherer Bodenfreiheit erfordert eigene Teile, die in der Einzelanfertigung teurer sind.
Marktpositionierung und Konkurrenz
- Die Yamaha Tenere 700 kostet mit rund 10.500 Euro deutlich weniger (Der Spiegel).
- Aprilia positioniert die Tuareg damit im oberen Preissegment der Mittelklasse-Reiseenduros.
- Der Gegenwert: modernere Elektronik, mehr Leistung und ein italienisches Markenimage.
Die 2.000 Euro Aufpreis sind gerechtfertigt, wenn man die Einzelkomponenten aufrechnet. Aber: Der Wiederverkaufswert der Rally könnte langsamer steigen, weil der Käuferkreis kleiner ist. Wer nach 3–4 Jahren verkauft, holt den Aufpreis nicht wieder herein.
Der Preis der Rally ist komponententechnisch nachvollziehbar. Für Fahrer, die jedes Wochenende im Gelände stehen, lohnt er sich; für alle anderen reicht die Standardversion völlig aus und spart bares Geld.
Welches ist besser: Yamaha Tenere 700 oder Aprilia Tuareg 660?
Leistung und Fahrverhalten
- Die Tuareg 660 leistet 80 PS – die Tenere 700 bringt es auf 74 PS (Der Spiegel).
- Die Tuareg hat moderne Fahrassistenten (Fahrmodi, TCS, ABS), die Tenere setzt auf puristischere Technik (Motorrad Online).
- Die Aprilia wiegt fahrfertig 204 kg (Standard) oder 199 kg (Rally), die Tenere liegt bei etwa 205 kg.
Drei Aspekte, ein Muster: Die Aprilia ist technisch fortschrittlicher und stärker. Die Yamaha setzt auf Einfachheit und geringere Kosten. Das ist kein objektiv besser oder schlechter, sondern eine Frage des Fahrertyps.
| Merkmal | Aprilia Tuareg 660 Rally | Aprilia Tuareg 660 Standard | Yamaha Tenere 700 |
|---|---|---|---|
| Leistung | 80 PS | 80 PS | 74 PS |
| Gewicht (fahrfertig) | 199 kg | 204 kg | ca. 205 kg |
| Preis (Deutschland) | 13.999 Euro | 11.990 Euro | ca. 10.500 Euro |
| Elektronik | Fahrmodi, TCS, ABS, Quickshifter Serie | Fahrmodi, TCS, ABS, Quickshifter optional | Basis-ABS, keine Fahrmodi |
| Garantie | 24 Monate | 24 Monate | 24 Monate |
Offroad-Tauglichkeit
- Die Tuareg Rally ist mit langen Federwegen und Speichenrädern die offroad-stärkste im Vergleich.
- Die Tenere 700 gilt als extrem zuverlässig und wartungsfreundlich, aber technisch simpler.
- Die Standard-Tuareg liegt genau dazwischen: mehr Offroad-Potenzial als die Tenere, weniger als die Rally.
Ein Fahrer, der eine Saison lang jedes Wochenende Schotterpisten fährt, wird bei der Rally die längeren Federwege spüren. Ein Vielfahrer, der 20.000 km im Jahr auf Asphalt zurücklegt, zahlt bei der Tenere weniger und hat geringere Wartungskosten.
Preis-Leistungs-Verhältnis
- Die Tenere 700 ist rund 3.500 Euro günstiger als die Tuareg Rally.
- Die Tuareg bietet dafür mehr Leistung, mehr Elektronik und eine modernere Plattform.
- Beide Motorräder haben eine treue Fangemeinde und gute Ersatzteilversorgung.
Wer Wert auf moderne Technik und 6 PS mehr legt, nimmt die Aprilia. Wer puristisch unterwegs sein will und Geld sparen möchte, fährt mit der Yamaha besser. Ein klares Richtig oder Falsch gibt es nicht.
Ist die Aprilia Tuareg 660 ein gutes und zuverlässiges Motorrad?
Fahrspaß auf Asphalt und im Gelände
- Die Tuareg 660 wird von Testredaktionen durchweg gelobt. Der Spiegel beschreibt sie als „Lust auf Schmutz und Schmodder“.
- Motorrad Online hebt das ausgewogene Fahrwerk und die umfangreich konfigurierbaren Fahrmodi hervor.
- Das Standgeräusch liegt bei 90 dB(A) – sechs dB(A) leiser als die Sportmodelle RS und Tuono 660 (Motorrad Online).
Bekannte Probleme und Kritikpunkte
- Vereinzelt wurden in Foren Probleme mit der Elektronik und der Sensorik berichtet – allerdings keine bestätigte Serienanfälligkeit.
- Die Sitzhöhe von 855 mm ist für kleinere Fahrer eine Herausforderung.
- Der Preis liegt deutlich über dem direkten Wettbewerb (ADAC).
Langzeiterfahrungen und Wartung
- Aprilia gewährt 24 Monate Garantie (ADAC).
- Die Wartungsintervalle liegen bei 10.000 km oder einmal jährlich – branchenüblich.
- Der 18-Liter-Tank ermöglicht Reichweiten von rund 350 km (ADAC).
Technische Daten und Test der Aprilia Tuareg 660 Rally im Überblick
Motor und Antrieb
- Flüssigkeitsgekühlter Parallel-Twin, 659 cm³ (ADAC).
- 80 PS bei 9.250 U/min, 70 Nm bei 6.500 U/min (Bike-on-Tour).
- 6-Gang-Getriebe mit Kette, Euro 5+ (ADAC).
Fahrwerk und Bremsen
- Voll einstellbares Fahrwerk vorn und hinten (Motorrad Online).
- Speichenräder 90/90-21 vorn, 150/70-18 hinten (1000PS).
- ABS serienmäßig, abschaltbar für Offroad-Einsatz.
Abmessungen und Gewicht
- Leergewicht fahrfertig: 199 kg (Rally), 204 kg (Standard) (1000PS).
- Sitzhöhe: 855 mm.
- Tankinhalt: 18 Liter (1000PS).
Sieben Datenpunkte, ein klares Bild: Die Rally ist leichter und offroad-tauglicher, aber technisch mit der Standardversion identisch. Das macht die Entscheidung zur Glaubensfrage.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Motor | Parallel-Twin, flüssigkeitsgekühlt |
| Hubraum | 659 cm³ |
| Leistung | 80 PS bei 9.250 U/min |
| Drehmoment | 70 Nm bei 6.500 U/min |
| Getriebe | 6-Gang, Kette |
| Leergewicht (fahrfertig) | 199 kg |
| Sitzhöhe | 855 mm |
| Tankinhalt | 18 Liter |
| Garantie | 24 Monate |
| Standgeräusch | 90 dB(A) |
Die technischen Daten zeigen eine durchdachte Reiseenduro mit moderner Abstimmung. Wer Wert auf geringes Gewicht und volle Elektronik legt, bekommt hier ein Top-Angebot – allerdings zum Premiumpreis.
Bestätigte Fakten
- Aprilia gibt 80 PS und 70 Nm an (Bike-on-Tour)
- Die Rally hat 199 kg Leergewicht (1000PS)
- Die Standard-Tuareg kostet ca. 11.990 Euro (Der Spiegel)
- Rally-Preis ab 13.999 Euro (ADAC)
- Tankinhalt 18 Liter (ADAC)
Was unklar ist
- Langzeit-Zuverlässigkeit der Elektronik über 50.000 km hinaus
- Echte Alltagstauglichkeit bei Vielfahrern im Berufsverkehr
- Ob der Wiederverkaufswert der Rally den Aufpreis hält
„Die Tuareg 660 ist eine der gelungensten Reiseenduros ihrer Klasse – die Rally-Version holt aus dem Konzept noch mehr Offroad-Potenzial heraus.“
– Testredaktion Motorrad Online
„Die Rally-Version richtet sich an Fahrer, die das Maximum an Offroad-Performance in der Mittelklasse suchen, ohne auf Alltagstauglichkeit zu verzichten.“
– 1000PS zum Modellvergleich
„Wer mit dem Motorrad auch mal abseits der Straße unterwegs ist, bekommt mit der Tuareg eine Maschine, die Fahrspaß und Kontrolle vereint.“
– Der Spiegel im Testurteil
Die Aprilia Tuareg 660 Rally ist ein echtes Nischenprodukt und bietet mehr Offroad-Potenzial als die Standardversion. Der Aufpreis von rund 2.000 Euro ist nur dann sinnvoll, wenn man dieses Potenzial auch regelmäßig nutzt. Für den Fahrer, der hauptsächlich auf Asphalt unterwegs ist und gelegentlich eine Schotterpiste nimmt, bleibt die Standard-Tuareg die klügere Wahl. Die Yamaha Tenere 700 wiederum ist der Preisbrecher im Segment – mit Abstrichen bei Leistung und Elektronik, aber mit einem hervorragenden Ruf für Zuverlässigkeit. Für den deutschsprachigen Markt lautet die Empfehlung: Wer modern will und bereit ist zu zahlen, nimmt die Aprilia. Wer sparen muss oder Purist ist, greift zur Yamaha.
Häufig gestellte Fragen
Ist die Aprilia Tuareg 660 Rally straßenzugelassen?
Ja, die Rally ist als Reiseenduro straßenzugelassen und erfüllt die Euro-5+-Norm (ADAC).
Welche Farben sind für die Rally erhältlich?
Aprilia bietet die Rally in spezifischen Farbvarianten an – die genaue Palette variiert je nach Markt. In Deutschland sind meist gedeckte Offroad-Töne verfügbar.
Hat die Rally einen Quickshifter?
Ja, der Quickshifter ist bei der Rally serienmäßig an Bord (Motorrad Online).
Wie hoch ist die Sitzhöhe der Rally?
Die Sitzhöhe beträgt 855 mm – identisch mit der Standardversion.
Welche Garantie bietet Aprilia?
Aprilia gewährt 24 Monate Garantie ab Erstzulassung (ADAC).
Kann man die Rally mit A2-Führerschein fahren?
Die Tuareg 660 Rally leistet 80 PS (59 kW) und liegt damit über der A2-Beschränkung von 35 kW. Eine Drosselung ist möglich – die konkrete Drosselbarkeit sollte beim Händler erfragt werden.
Wie ist der Verbrauch der Tuareg 660 Rally?
Der ADAC gibt keinen offiziellen Verbrauch an. Erfahrungsberichte nennen je nach Fahrweise 4,5 bis 5,5 Liter auf 100 km. Mit 18 Litern Tankinhalt sind Reichweiten von rund 350 bis 400 km realistisch.