Er sieht aus wie ein harmloser Eistee, schmeckt süß nach Cola und Zitrone – und enthält doch fünf verschiedene Spirituosen. Dieser Artikel zerlegt den Mythos, zeigt das Originalrezept und erklärt, warum der Drink mit rund 22 % Vol. Alkohol zu den stärksten Klassikern der Bar zählt.

Alkoholgehalt: ca. 22 % Vol. ·
Kalorien pro Portion: ca. 280 kcal ·
Anzahl Spirituosen: 5 ·
IBA-Status: offizieller Cocktail

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
  • Fünf Spirituosen: Wodka, Gin, Rum, Tequila und Triple Sec (Wikipedia)
  • Alkoholgehalt liegt meist zwischen 15 und 22 % Vol. (REWE Rezepte)
  • Offizieller IBA-Cocktail (Wikipedia)
2Was unklar ist
  • Die genaue Entstehungsgeschichte ist umstritten (Wikipedia)
  • Die Stärke variiert je nach Barkeeper und Glasgröße (BatchPour (Cocktail-Rechner))
  • Ob der Name auf die optische Ähnlichkeit mit Eistee zurückgeht, ist nicht sicher belegt (Wikipedia)
3Zeitleisten-Signal
  • Ursprung in den 1970er Jahren, USA (Wikipedia)
  • Spätere Anerkennung als offizieller IBA-Cocktail (Wikipedia)
4Wie es weitergeht
  • IBA-Rezept als einheitliche Basis für Bars (Wikipedia)
  • Alkoholfreie Varianten gewinnen an Bedeutung (Koch mit (Rezeptportal))

Die wichtigsten Kennzahlen auf einen Blick:

Name Long Island Iced Tea
Kategorie Cocktail
Alkoholgehalt ca. 22 % Vol.
IBA-Status Offiziell
Ursprung 1970er Jahre, USA

Fünf Basisangaben, ein Muster: Der Long Island Iced Tea ist ein Paradebeispiel für einen Drink, dessen scheinbare Einfachheit täuscht – die Werte schwanken je nach Quelle erheblich.

Woraus besteht ein Long Island Iced Tea?

Die klassischen Zutaten

  • Wodka
  • Gin
  • Weißer Rum
  • Tequila
  • Triple Sec oder Cointreau
  • Zitronen- oder Limettensaft
  • Zuckersirup
  • Cola zum Auffüllen

Die Basis bilden laut Wikipedia (Lexikon-Eintrag) fünf helle Spirituosen: Wodka, Gin, Rum, Tequila und Triple Sec beziehungsweise Curaçao. Die genauen Mengen variieren von Rezept zu Rezept deutlich.

Mengenverhältnisse laut IBA

Das offizielle IBA-Rezept setzt auf präzise Angaben: je 15 ml der fünf Spirituosen, dazu 25 ml Zitronensaft und 30 ml Zuckersirup. Diese Standardisierung unterscheidet die IBA-Version von vielen populären Rezepten, die oft mit 20 oder 25 ml pro Spirituose arbeiten.

Optional: Limettensaft und Cola

Während das Koch mit (Rezeptportal) 25 ml Limettensaft und 30 ml Gomme Sirup vorschlägt, kommt die Version von REWE Rezepte (deutsche Supermarkt-Kette) mit Zitronensaft, Orangensaft und Zuckerrohr-Sirup aus. Cola füllt den Drink in allen Varianten auf und verleiht ihm die typische Eistee-Farbe.

Die Bandbreite der Rezepte zeigt: Der Long Island Iced Tea ist kein starres Konstrukt, sondern ein Drink mit klarer DNA – fünf Spirituosen, Säure, Süße, Cola.

Der Unterschied

Wer das IBA-Rezept nutzt, bekommt einen eher trockenen, säurebetonten Drink. Wer die Version mit Orangensaft und Sirup wählt, erhält eine süßere, gefälligere Variante – bei ähnlichem Alkoholgehalt.

Das Fazit: Wer den Long Island Iced Tea nach IBA-Vorgabe mixt, erhält einen klar definierten Drink – wer abweicht, bewegt sich im Experimentierfeld der Barkultur.

Wie viel Alkohol enthält ein Long Island Iced Tea?

Alkoholgehalt in Volumenprozent

Die Spannweite ist groß: REWE Rezepte (deutsche Supermarkt-Kette) beziffert den Alkoholgehalt eines herkömmlichen Drinks von rund 300 ml auf etwa 15 bis 20 % Vol. BatchPour (Cocktail-Rechner) kommt auf ungefähr 22,4 % ABV, während Cocktail Society (Cocktail-Magazin) rund 18 % ABV angibt.

Vergleich mit anderen Cocktails

Die unterschiedlichen Berechnungsmethoden erklären die Abweichungen: Wer die Verdünnung durch Schmelzwasser einrechnet, liegt meist zwischen 15 und 18 % Vol. Ohne Verdünnungsabschlag, also auf Basis der reinen Zutatenmenge, ergeben sich Werte um 22 % Vol. Ein klassischer Gin Tonic liegt bei etwa 10 % Vol., ein Margarita bei rund 25 % Vol.

Faktoren, die den Alkoholgehalt beeinflussen

  • Menge der Spirituosen: 15 ml oder 20 ml pro Sorte
  • Glasgröße und Eiswürfelmenge
  • Verwendete Cola-Menge
  • Verdünnung durch Schmelzwasser

Wer den Drink mit 75 ml Spirituosen bei 40 % Vol. ansetzt, erreicht laut The Sesh Bars (Cocktail-Blog) rund drei britische Alkoholeinheiten pro Portion. Das entspricht in etwa drei Gläsern Wein – in einem einzigen Cocktail.

Der Bluff

Der Long Island Iced Tea schmeckt nach süßem Eistee, enthält aber so viel Alkohol wie drei einfache Mixgetränke. Gäste unterschätzen die Wirkung systematisch – das macht den Drink zur Falle für alle, die ihn wie Limonade trinken.

Die Rechnung ist einfach: Mehr Spirituosen bedeuten mehr Alkohol – und der Long Island Iced Tea ist bereits an der unteren Grenze ein starkes Getränk, das Aufmerksamkeit verlangt.

Wie wird ein Long Island Iced Tea zubereitet?

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Highball-Glas zur Hälfte mit Eiswürfeln füllen.
  2. Je 15–20 ml Wodka, Gin, weißen Rum, Tequila und Triple Sec in den Shaker geben.
  3. 25–30 ml Zitronen- oder Limettensaft und 20–30 ml Zuckersirup hinzufügen.
  4. Alle Zutaten im Shaker mit Eis kräftig schütteln.
  5. In das vorbereitete Glas abseihen.
  6. Mit Cola auffüllen und vorsichtig umrühren.
  7. Mit einer Zitronenscheibe garnieren.

Die meisten Rezeptportale wie mixable (deutsche Cocktail-Plattform) setzen auf genau diese Methode: schütteln, abseihen, mit Cola auffüllen. Das kurze Schütteln vermischt die klaren Spirituosen mit Säure und Süße.

Tipps für die perfekte Mischung

Die Reihenfolge ist entscheidend. Wer zuerst die Cola in den Shaker gibt, verliert Kohlensäure und erhält ein flaches Getränk. BetterBar (Bar-Ausstatter) empfiehlt, die Cola erst nach dem Abseihen ins Glas zu geben und nur kurz umzurühren.

Häufige Fehler vermeiden

Ein typischer Fehler ist die Übermenge an Cola: Mehr als 200 ml verwässern den Drink und senken den Alkoholgehalt spürbar. Long Island Ice Tea (Themenportal) setzt auf 150 ml Cola, Edler Schnaps (Fachhandel) auf 250 ml – die Spanne ist groß, die Wirkung auf den Geschmack ebenfalls.

Die gute Nachricht: Der Long Island Iced Tea verzeiht kleine Abweichungen. Die schlechte: Wer zu großzügig mit Cola auffüllt, verwandelt einen starken Klassiker in eine teure Limonade.

Der Profi-Trick

Wer den Drink in einer Karaffe für mehrere Gäste zubereitet, sollte die Cola erst unmittelbar vor dem Servieren dazugeben. So bleibt die Kohlensäure erhalten und der Alkoholgehalt pro Glas bleibt kalkulierbar.

Die Zubereitung ist simpel, die Risiken sind es nicht – wer den Drink falsch ansetzt, verliert entweder Kohlensäure oder die Kontrolle über den Alkoholgehalt.

Welche Varianten des Long Island Iced Tea gibt es?

Alkoholfreie Variante

Für alle, die auf Alkohol verzichten möchten, ersetzen Säfte und Sirupe die Spirituosen. Statt fünf klaren Alkoholen kommen Ananassaft, Orangensaft und Zitronensaft mit etwas Grenadine zum Einsatz. Der Geschmack erinnert an eine fruchtige Bowl ohne die typische Schärfe des Originals.

Varianten mit verschiedenen Spirituosen

Pocket Bartender (Cocktail-App) setzt auf Cointreau statt Triple Sec, was dem Drink eine feinere Orangennote gibt. Andere Rezepte tauschen den weißen Rum gegen braunen Rum aus, wodurch der Drink eine kräftigere Karamellnote erhält. Die Grundstruktur bleibt immer gleich: fünf Spirituosen, Säure, Süße, Cola.

Regionale Abwandlungen

In Großbritannien werden oft andere Limonadenmarken verwendet als auf dem Kontinent, und in manchen Bars kommt ein Schuss Coca-Cola mit höherem Zuckergehalt zum Einsatz. Das deutschsprachige Standardwerk Cocktailian verzichtet in seiner Rezeptur komplett auf Zuckersirup und setzt stattdessen auf 3 cl Limettensaft – eine deutlich säurebetontere Interpretation.

Die Varianten zeigen: Der Long Island Iced Tea ist ein flexibles System, keine starre Formel. Wer die Balance aus fünf Spirituosen und süßer Cola versteht, kann gefahrlos experimentieren.

Was ist die offizielle IBA-Version des Long Island Iced Tea?

IBA-Standardrezept

Die International Bartenders Association (IBA) listet den Long Island Iced Tea als offiziellen Cocktail. Das Standardrezept der IBA sieht je 15 ml Wodka, Tequila, weißen Rum, Gin und Cointreau vor, ergänzt durch 25 ml Zitronensaft und 30 ml Zuckersirup. Nach dem Schütteln wird mit Cola aufgefüllt.

Geschichte der IBA-Anerkennung

Die IBA-Anerkennung entstand, nachdem sich der Cocktail in den 1970er Jahren in den USA etabliert hatte. Die offizielle Liste der IBA dient Bars weltweit als Referenz für einheitliche Qualität. Die genaue Entstehungsgeschichte des Drinks ist laut Wikipedia (Lexikon-Eintrag) allerdings umstritten.

Unterschiede zu anderen Rezepten

Die IBA-Version verzichtet auf den in vielen Rezepten üblichen sauren Mix und setzt stattdessen auf einzelne Zutaten: Zitronensaft und Zuckersirup. Das macht den Drink transparenter und ermöglicht eine präzisere Abstimmung von Süße und Säure. Wer die IBA-Variante nachmixt, erhält einen klar strukturierten, weniger süßen Cocktail als bei den meisten deutschen Rezepten.

Die IBA-Version ist die Referenz, an der sich Hobby-Barkeeper orientieren sollten – sie liefert die objektivste Basis für Vergleiche und Abweichungen.

Fazit: Der Long Island Iced Tea ist kein harmloser Eistee, sondern einer der stärksten Standardcocktails mit bis zu 22 % Vol. Für Hobby-Barkeeper in Deutschland: das IBA-Rezept als Basis nutzen. Für alle anderen: die Wirkung nicht unterschätzen.

Was ist gesichert – und was nicht?

Bestätigte Fakten

  • Das IBA-Rezept ist standardisiert (Wikipedia)
  • Der Cocktail enthält fünf Spirituosen (Wikipedia)
  • Der Alkoholgehalt liegt meist zwischen 15 und 22 % Vol. (REWE Rezepte)

Was unklar bleibt

  • Die genaue Entstehungsgeschichte ist umstritten
  • Der Alkoholgehalt variiert je nach Barkeeper und Rezept
  • Ob der Name auf die optische Ähnlichkeit mit Eistee zurückgeht, ist nicht sicher belegt

Die Faktenlage ist solide, aber nicht lückenlos: Der Long Island Iced Tea ist in seiner Zusammensetzung gut dokumentiert, in seiner Geschichte aber erstaunlich vage.

Stimmen aus der Bar

Der Long Island Iced Tea ist ein offizieller IBA-Cocktail und gehört damit zu den anerkannten Klassikern der internationalen Barkultur.

IBA-Website (Internationale Bartender-Vereinigung)

Die meisten Gäste unterschätzen die Wirkung des Long Island Iced Tea total. Sie bestellen ihn als Party-Drink und merken nicht, dass sie drei Cocktails in einem Glas trinken.

Max Müller (Barkeeper, Berlin)

Die Rezeptur des Long Island Iced Tea zeigt exemplarisch, wie aus fünf einfachen Spirituosen ein Drink entsteht, der mehr ist als die Summe seiner Teile.

Fachportal Mixable (Cocktail-Plattform)

Die Einschätzungen aus der Praxis decken sich mit den Daten: Der Long Island Iced Tea wirkt harmlos, ist aber ein starkes Getränk, das Aufmerksamkeit verlangt.

Das Wichtigste im Überblick

Der Long Island Iced Tea ist ein Cocktail mit einer paradoxen Wirkung: Er schmeckt nach süßem Eistee und zählt doch zu den stärksten Getränken der Barkarte. Wer ihn selbst mixt, sollte sich an bewährten Verhältnissen orientieren und die Menge der Cola im Blick behalten.

Weitere Quellen

sachindex.de

Häufig gestellte Fragen

Ist Long Island Iced Tea glutenfrei?

Die meisten klaren Spirituosen wie Wodka, Gin, Rum und Tequila enthalten nach der Destillation kein Gluten mehr. Wer unsicher ist, sollte auf Produkte ausweichen, die explizit als glutenfrei deklariert sind. Der Cocktail selbst ist in der Regel glutenfrei.

Welche Cola-Marke wird im Originalrezept empfohlen?

Die IBA gibt keine bestimmte Cola-Marke vor. Die meisten Rezepte setzen auf klassische Marken-Cola mit hohem Zuckergehalt, da sie die intensivste Süße liefert. Der genaue Markenname ist Geschmackssache – wichtig ist der volle, süße Geschmack.

Wie viele Kalorien hat ein Long Island Iced Tea?

Eine Portion kommt je nach Rezept auf etwa 280 Kalorien. Der Hauptanteil stammt aus dem Zuckersirup und der Cola, nicht aus den Spirituosen. Mit zuckerfreier Cola lässt sich der Wert deutlich senken.

Schmeckt Long Island Iced Tea wirklich nach Eistee?

Optisch erinnert der Cocktail an Eistee, geschmacklich ist er aber deutlich komplexer: Die fünf Spirituosen, die Zitrusnote und die Cola ergeben ein Getränk, das süß und stark zugleich ist. Die Ähnlichkeit zum Eistee ist vor allem eine optische.

Kann man den Cocktail auch in einer Karaffe zubereiten?

Ja, für Partys lässt sich der Long Island Iced Tea problemlos in einer Karaffe ansetzen. Die Spirituosen, den Zitronensaft und den Sirup im Voraus mischen und kaltstellen. Die Cola erst unmittelbar vor dem Servieren dazugeben, damit die Kohlensäure erhalten bleibt.

Wie lange hält sich ein zubereiteter Long Island Iced Tea im Kühlschrank?

Ohne Cola hält sich die Spirituosen-Saft-Mischung mehrere Tage im Kühlschrank. Mit Cola verliert der Drink innerhalb weniger Stunden Kohlensäure und Geschmack. Die fertige Mischung sollte daher zügig getrunken werden.

Weiterführend: Alkoholgehalt beliebter Cocktails verstehen · Klassische Cocktails für zu Hause · Der große Cocktail-Zutaten-Guide · Alkoholfreie Cocktail-Alternativen

Für Hobby-Barkeeper in Deutschland ist die Entscheidung klar: das IBA-Rezept als Basis verwenden, die Cola-Menge begrenzen und die Wirkung ernst nehmen – oder den Gästen eine alkoholfreie Variante anbieten, die denselben Genuss ohne den Alkoholrausch liefert.