
Karl-Erivan Haub in Moskau: Neue Fotos, alte Fragen
Es klingt wie die Handlung eines Thrillers: Ein deutscher Milliardär verschwindet beim Skifahren am Matterhorn, wird für tot erklärt – und plötzlich tauchen Fotos auf, die ihn Jahre später in Moskau zeigen sollen, was den Fall Karl-Erivan Haub zu einem der rätselhaftesten Vermissten-Dramen der deutschen Wirtschaftsgeschichte macht. Dieser Artikel fasst zusammen, was über die angeblichen Moskau-Aufnahmen bekannt ist, welche Fakten gesichert sind – und warum nach wie vor viele Fragen offen bleiben.
Alter bei Verschwinden: 58 Jahre · Verschwunden seit: 7. April 2018 · Für tot erklärt: 2021 · Geschätztes Familienvermögen: ca. 8 Milliarden Euro · Bekannt als: Tengelmann-Erbe
Kurzüberblick
- Verschwinden am 7. April 2018 am Matterhorn (Handelsblatt (Wirtschaftsmedium))
- Todeserklärung durch Amtsgericht Köln 2021 (n-tv (Nachrichtensender))
- Fotos aufgetaucht 2025 (20 Minuten (Schweizer Nachrichtenportal))
- Echtheit der Moskau-Fotos – offiziell nicht verifiziert (Handelsblatt (Wirtschaftsmedium))
- Tatsächlicher Aufenthaltsort von Karl-Erivan Haub (Handelsblatt (Wirtschaftsmedium))
- Todesursache (falls er tatsächlich verstorben ist) (Handelsblatt (Wirtschaftsmedium))
- 7. April 2018: Verschwinden am Matterhorn
- 2021: Todeserklärung durch Gericht
- März 2025: Moskau-Fotos werden publik
- Mai 2025: LKA-Gutachten zur Echtheit
- Weitere forensische Analysen erwartet
- Ermittlungen der Kölner Staatsanwaltschaft laufen
- Mediale Debatte über Glaubwürdigkeit der Aufnahmen
Die sechs wichtigsten Eckdaten zum Fall auf einen Blick – sie zeigen das Spannungsfeld zwischen gesicherten Ereignissen und offenen Fragen.
| Attribut | Wert |
|---|---|
| Vollständiger Name | Karl-Erivan Warder Haub |
| Geburtsdatum | 2. März 1960 |
| Verschwinden | 7. April 2018 am Matterhorn |
| Todeserklärung | 2021 durch Amtsgericht Köln |
| Letzte bekannte Position | Matterhorn, Schweiz |
| Bekannt für | Ehemaliger CEO der Tengelmann-Gruppe |
Ist Karl-Erivan Haub gefunden worden?
Nein, der Tengelmann-Erbe ist offiziell nicht gefunden. Sein Schicksal bleibt ungeklärt. Die aktuellen Ermittlungen konzentrieren sich auf die im März 2025 aufgetauchten Fotos, die ihn angeblich in Moskau zeigen.
Aktuelle Ermittlungen und Fotoanalyse
Das Schweizer Nachrichtenportal 20 Minuten berichtet, dass zwei unabhängige Gutachten des israelisch-US-amerikanischen Sicherheitsunternehmens Interfor die Echtheit der Bilder bestätigen sollen. Eine Professorin der University of British Columbia kam laut Bericht in einem achtseitigen Gutachten zu 99 Prozent Sicherheit, dass die Fotos Haub zeigen. Ein weiteres Gutachten bezifferte die Übereinstimmung der Bilder mit 85 Prozent. Allerdings: Die Spiegel-Analyse habe den Aufnahmeort bestätigt, die Echtheit aber wegen schlechter Bildqualität und unbekannter Herkunft offengelassen.
Aussagen von Behörden
Die Kölner Staatsanwaltschaft hat die Bilder nach Informationen des Handelsblatts bei einer Hausdurchsuchung 2023 sichergestellt. Eine offizielle Stellungnahme zur Echtheit gibt es bislang nicht. Das LKA-Gutachten aus Mai 2025 äußert sich laut Medienberichten skeptisch zur Authentizität.
Trotz mehrerer Gutachten bleibt die Beweislage dünn: Keine Behördeneinschätzung, keine biometrischen Daten, keine Zeugen – nur Fotos, die alles oder nichts bedeuten können.
Verschwunden am Matterhorn: Wo ist Milliardär Karl-Erivan Haub?
Die Ereignisse vom 7. April 2018 sind dokumentiert: Karl-Erivan Haub brach zu einer Skitour am Matterhorn auf – und kehrte nie zurück.
Letzter bekannter Aufenthaltsort
Haub war allein mit einem Führer unterwegs, der den Milliardär kurzzeitig aus den Augen verlor. Die Rettungsaktion mit Helikoptern und Bergrettern blieb erfolglos. Das Handelsblatt fasst die damalige Berichterstattung zusammen: Keine Spur, kein Notruf, kein Zeuge.
Suchaktion und Todeserklärung
2021 erklärte das Amtsgericht Köln Haub offiziell für tot – eine Voraussetzung, um das Erbe zu klären. Die Familie hatte die Todeserklärung beantragt. Die Frage, ob Haub noch lebt, blieb damit juristisch beantwortet, aber faktisch offen. n-tv berichtete ausführlich über den Fall.
Das Muster: Ein Milliardär verschwindet spurlos, wird für tot erklärt – und Jahre später tauchen Hinweise auf, die alles infrage stellen. Der Fall Haub erinnert an andere Vermisstenfälle, bei denen die Wahrheit nie ans Licht kam.
Welcher Milliardär ist verschollen?
Karl-Erivan Haub ist in einer Reihe mit anderen prominenten Fällen, bei denen Reichtum nicht vor dem Verschwinden schützte.
Weitere vermisste Milliardäre
- Jim Gray (US-amerikanischer Unternehmer): 2021 beim Segeln vor der Küste Kaliforniens verschollen.
- Steve Fossett (Milliardär und Abenteurer): 2007 in der Wüste Nevadas abgestürzt, Jahre später gefunden.
- Amelia Earhart (kein Milliardär, aber ikonischer Vermisstenfall): 1937 verschwunden – ihr Schicksal bleibt ungeklärt.
Fokus auf Karl-Erivan Haub
Doch der Fall Haub ist außergewöhnlich: die angeblichen Moskau-Fotos, die Rolle seines Bruders Christian und die jahrelangen Ermittlungen machen ihn zu einem der mysteriösesten Vermisstenfälle der deutschen Gegenwart. Handelsblatt und 20 Minuten berichten übereinstimmend, dass Christian Haub die Bilder zunächst abgestritten, später aber eingeräumt habe, sie gesehen zu haben. Er halte die Fotos nicht für ein Bild seines Bruders.
Das Besondere: Der Bruderwiderspruch und die widersprüchlichen Gutachten lassen Raum für Spekulation – eine belastbare Spur fehlt weiterhin.
Wo wohnt die Familie Haub?
Hauptwohnsitze der Familie
Die Familie Haub ist traditionell im Ruhrgebiet verwurzelt. Ihr Hauptwohnsitz befindet sich in Mülheim an der Ruhr, wo auch der Tengelmann-Konzern seinen Ursprung hat. Darüber hinaus besitzt die Familie laut Berichten Immobilien in den USA (New York, Florida) und in der Schweiz. Die genauen Einzelheiten sind nicht öffentlich dokumentiert.
Verbindung zu Tengelmann-Stiftung
Ein Großteil des Familienvermögens ist in der Tengelmann-Stiftung gebündelt. Die Stiftung hält die Anteile an der Tengelmann-Gruppe, zu der unter anderem die Handelsketten KiK und Obi gehören. Nähere Informationen über die Stiftungssitze sind aus der öffentlichen Berichterstattung nicht hervorgegangen.
Wie hoch ist das Vermögen der Familie Haub?
Quellen des Reichtums
Das Vermögen der Familie Haub stammt aus dem Einzelhandelsimperium Tengelmann. Die Gruppe erwirtschaftet einen Jahresumsatz von mehreren Milliarden Euro. Zu den bekanntesten Beteiligungen zählen der Discounter KiK und die Baumarktkette Obi (heute teilweise verkauft).
Aktuelle Schätzungen
Laut aktuellen Medienberichten wird das Familienvermögen auf rund 8 Milliarden Euro geschätzt. Damit gehört die Familie zu den reichsten in Deutschland. Die genauen Zahlen variieren je nach Quelle und Bewertung der Beteiligungen. Handelsblatt berichtet regelmäßig über das Vermögen der Haubs.
Die wirtschaftliche Bedeutung des Falls: Solange der Status von Karl-Erivan ungeklärt bleibt, hängt die Nachfolgeplanung der Tengelmann-Gruppe in der Schwebe.
Zeitleiste des Falls Karl-Erivan Haub
- – Karl-Erivan Haub verschwindet beim Skifahren am Matterhorn (Handelsblatt (Wirtschaftsmedium))
- – Intensive Suchaktion mit Helikoptern und Bergrettern bleibt erfolglos
- – Amtsgericht Köln erklärt Haub offiziell für tot (n-tv (Nachrichtensender))
- – Fotos tauchen auf, die Haub angeblich in Moskau zeigen (20 Minuten (Schweizer Nachrichtenportal))
- – LKA-Gutachten zur Echtheit der Fotos – skeptische Einschätzung
Die Chronologie unterstreicht, wie sich der Fall über Jahre hinzieht – jede neue Spur bringt mehr Fragen als Antworten.
Bestätigte Fakten und offene Fragen
Bestätigte Fakten
- Karl-Erivan Haub verschwand am 7. April 2018 am Matterhorn.
- Das Gericht erklärte ihn 2021 für tot.
- 2025 wurden Fotos veröffentlicht, die ihn in Moskau zeigen sollen.
- Mehrere Gutachten sprechen von einer hohen Wahrscheinlichkeit, dass die Person auf den Bildern Haub ist.
Was unklar ist
- Die Echtheit der Moskau-Fotos ist offiziell nicht bestätigt.
- Es gibt keine unabhängigen Zeugen oder offiziellen Stellungnahmen.
- Der tatsächliche Aufenthaltsort von Haub bleibt unbekannt.
- Die Todesursache ist ungeklärt.
„Die Spiegel-Analyse hat den Aufnahmeort bestätigt, die Echtheit aber wegen schlechter Bildqualität und unbekannter Herkunft offengelassen.“
– 20 Minuten (Schweizer Nachrichtenportal)
„Der Fall Haub ist ein Paradebeispiel dafür, wie ein Vermisstenfall immer neue Spekulationen hervorbringt – solange es keine eindeutigen Beweise gibt.“
Die Fotos aus Moskau haben den Fall neu entfacht – aber ohne offizielle forensische Bestätigung bleibt es ein Rätsel. Für die Familie Haub bedeutet dies eine andauernde Ungewissheit: Ist Karl-Erivan vor sieben Jahren am Matterhorn verunglückt oder lebt er unter neuer Identität in Russland? Eine Antwort ist nicht in Sicht.
Häufig gestellte Fragen
War Karl-Erivan Haub bei Tengelmann aktiv?
Ja, er war bis zu seinem Verschwinden Vorstandsvorsitzender der Tengelmann-Gruppe.
Wie viele Kinder hat Karl-Erivan Haub?
Er hat vier Kinder aus zwei Ehen.
Wo genau verschwand er am Matterhorn?
Er brach von der Hörnlihütte zu einer Skitour ins italienische Gebiet auf und wurde zuletzt auf etwa 3200 Metern Höhe gesehen.
Wurde die Suche eingestellt?
Die aktive Suchaktion wurde nach einigen Tagen eingestellt, der Fall blieb jedoch bei den Behörden anhängig.
Was sagen die neuesten Gutachten zu den Fotos?
Die Gutachten sind widersprüchlich: Manche bestätigen eine hohe Übereinstimmung, andere weisen auf schlechte Bildqualität und unbekannte Herkunft hin.
Gibt es eine Belohnung für Hinweise?
Die Familie hat nach Medienberichten eine Belohnung von 100.000 Euro für Hinweise ausgesetzt.
Wie ist der Stand der Ermittlungen?
Die Kölner Staatsanwaltschaft prüft die neuen Fotos – ein Abschluss der Ermittlungen ist nicht absehbar.
Für die Familie Haub und die Tengelmann-Stiftung ist der Fall nicht nur emotional belastend, sondern auch wirtschaftlich relevant: Solange der Status von Karl-Erivan ungeklärt bleibt, bestehen rechtliche Unsicherheiten in der Nachfolgeplanung.
Für die Familie Haub bleibt die Ungewissheit – die Öffentlichkeit wartet auf eine offizielle Bestätigung oder Widerlegung der Moskau-Fotos.
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